Weißt du, wo der Himmel ist?

Weißt du, wo der Himmel ist?


# Liturgisches Leben - St. Cäcilia
Veröffentlicht am Freitag, 29. Mai 2020, 17:31 Uhr
© St. Cäcilia

Weißt du wo der Himmel ist, außen oder innen. Eine Handbreit rechts und links, Du bist mitten drinnen. Weißt du wo der Himmel ist, nicht so tief verborgen. Einen Sprung aus dir heraus. Aus dem Haus der Sorgen. Weißt du wo der Himmel ist, nicht so hoch da oben. Sag doch ja zu dir und mir. Du bist aufgehoben.
Wilhelm Willms

Weißt du, wo der Himmel ist? Nicht so hoch da oben ....

Himmelfahrt: ein Fest, das uns mit beiden Beinen auf den Boden der Erde stellt und gleichzeitig dem Himmel nahe bringt. Der scheinbar endgültige Abschied ohne Wiederkehr, der die Jünger verzweifelt zurückließ, wird in ein neues Licht gerückt. Gerade noch sprachen die Jünger miteinander darüber, wie sie Jesus in Emmaus erkannten, als er ihnen das Brot brach. Nun schon wieder ein Abschied? Nein. Jesus versichert: " Ich bin bei Euch alle Tage..." Der Himmel, in den Jesus zurückkehrt, ist kein Ort und liegt auch nicht irgendwo im leuchtenden Blau oder hinter der Milchstraße. Himmel geschieht; ereignet sich. Da, wo Menschen sich fallen lassen in die Verheißung Gottes, wo sie in enger Verbundenheit mit Gott und den Menschen leben. Das Evangelium setzt Gottes Wirklichkeit und den Himmel in eins. So sagt es die österliche Botschaft: Jesus ist ganz bei Gott angekommen. Überall, wo Gottes Wille geschieht, wo Gottes Frieden wohnt, wo Gottes Geist weht, dort ereignet sich Himmel. Himmel ist dort, wo Menschen Gutes tun, wo sie einander helfen, trösten, ermutigen und beistehen.

Himmel ist, wo ich nicht mehr frage, ob ich zu kurz komme oder ob ich gut genug bin, sondern wo ich spüre, dass ich angenommen, gewollt und geliebt bin und wo ich aus dieser beglückenden Fülle heraus auch den anderen annehmen, bejahen, lieben kann. Wo ich mein Leben mitteilen, teilen kann.
Insofern hat Jesus den Himmel tatsächlich auf die Erde gebracht.
Aber finde ich den Himmel zwischen den Ereignissen des Alltags? Ja, sogar genau darin? Wo doch so viele Sorgen quälen, wo Schmerz und Traurigkeit uns immer wieder einholen?
Wir dürfen die Gewissheit haben, dass Himmel, dass Gott IST. Mitten unter uns.
Und ab und zu sehen wir ihn auch aufblitzen. Dann, wenn wir seine Nähe spüren, seinen Geist, seine Kraft. Dann, wenn jemand uns in den Arm nimmt und uns tröstet, sich mit uns freut, auch uns verzeiht, uns annimmt, uns hilft.
Wo Unmögliches möglich wird. Dann wird schon hier unter uns ein Stück Himmel auf Erden Wirklichkeit.
Schon jetzt und hier: Himmel auf Erden.
Wir sind nicht allein gelassen, sein Geist und sein Segen helfen uns, weiterzugeben, was wir in seiner Nähe erfahren haben.
Das ist auch der Auftrag an uns:
Haltet den Himmel offen für die Menschen ........ nicht so hoch da oben
sondern hier und heute und jetzt, weil Er unter uns ist. Unaufhebbar!
(Schwester M. Ute)